Freitag, 26. Oktober 2012

Sehenswürdigkeit: Cementerio de la Chacarita

Mausoleen in Chacarita
Eine der meist besuchten Sehenswürdigkeiten in Buenos Aires ist der Cemeterio de Recoleta, der Friedhof Recoleta, vor allem da sich dort das Grab von Eva "Evita" Peron befindet. In Buenos Aires findet sich allerdings noch ein viel interessanterer Friedhof,  der Cementerio de la Chacarita im Nordwesten der Stadt, ebenfalls mit dem Grab einer argentinischen Berühmtheit - Carlos Gardel, der Ikone des Tangos schlechthin. Daneben war er vorübergehend die Ruhestätte von Juan Peron, dem berühmten argentinischen Präsidenten und Ehemanns von Eva Peron. Der Friedhof von Chacarita hat aber noch viel mehr zu bieten.


Der Friedhof von Chacarita in Buenos Aires

Der Friedhof von Chacarita in Buenos Aires ist einer der größten Friedhöfe der Welt. Auf einer Fläche von 95 Hektar finden sich die unterschiedlichsten Grabanlagen, von Mausoleen über Wandgräber hin zu Erdgräbern. Diese Vielfalt macht den Friedhof zu einem sehenswerten und lohnenden Ziel bei einem Besuch von Buenos Aires. Dabei beeindruckt der Friedhof schon durch seinen imposanten Eingang an der Avenida Guzman, einem beeindruckendem Gebäude mit hoch aufragenden Säulen.
Grab von Carlos Gardel

Teil des Friedhofes von Chacarita ist neben einem britischen Friedhof auch ein deutscher Friedhof, auf diesem befindet sich unter anderem das Grab von Hans Langsdorff, dem Kapitän der Admiral Graf Spee. Ansonsten finden sich vor allem die Gräber von vielen Berühmtheiten des Tango, wie Carlos Gardel, Carlos Acuña, Alberto Castillo oder Meredes Simone. Daneben finden sich auch die Gräber anderer bekannter Personen wie dem Schriftsteller Osvaldo Soriano, dem Flugpionier Jorge Newberry oder der Dichterin Alfonsina Storni. Doch nicht nur die Gräber der verschiedenen Berühmtheiten machen den Friedhof von Chacarita sehens- und besuchenswert. Es ist vor allem auch die Vielfalt an verschiedenen Grabstätten und deren simple oder prachtvolle, aber immer voll emotionaler Hingabe, Ausgestaltung derselben, die den Friedhof zu einer echten Sehenwürdigkeit von Buenos Aires machen.

Informationen zu La Chacarita Wer des Spanischen mächtig ist, der kann jeden zweiten und vierten Samstag im Montag um 11.00 Uhr an einer kostenlosen Führung teilnehmen.

Weitere Impressionen des Cementerio de la Chacarita finden sich auf Flickr.

Cementerio de la Chacarita, Avenida Guzman 680, Buenos Aires, jeden Tag von 7.00 bis 17.00 geöffnet.



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Freitag, 12. Oktober 2012

Fußball in Argentinien - Passion pur

Fußball in Argentinien ist mehr als nur ein Sport, Fußball ist Leidenschaft, Liebe, Religion und Familie. Fußball ist alles.


Superclásico - River Plate Fans im El Monumental
Normalerweise wird mit Fußball in Argentinien der Name Diego Maradona assoziiert, wenn es um berühmte Fußballvereine geht fallen zumeist die Namen River Plate und Boca Juniors. Doch Fußball in Argentinien ist viel mehr als nur diese drei Protagonisten. Fußball in Argentinien wird mit ähnlicher Leidenschaft und Hingabe betrieben wie der Tango. In allen Facetten von todunglücklich über nervös hin zu himmelhochjauchzend kann man die Argentinier beim Fußball mitfiebern und leiden und glücklich sehen.


Trifft dies im Allgemeinen auch auf die Albiceleste (Weiß-Himmelblaue) zu, ist es im Besonderen bei den Fans - hier trifft es der Begriff Fanaticos wirklich gut - der jeweiligen Clubs zu erleben. Fußball ist weit mehr als nur ein Ballsport, es ist Leben pur, Liebe, Hingabe, Leidenschaft, manche Argentinier sind mehr mit ihrem Verein verbunden als mit der eigenen Frau.


Argentinier und ihr Lieblingsverein

Den Lieblingsverein sucht man sich dabei nicht aus, man wird quasi hineingeboren, Fan sein ist und hat Tradition, Familientradition. Jeder ordentliche Fan ist hier Socio (Mitglied) seines favorisierten Vereins und normalerweise werden Kinder direkt bei der Geburt ebenfalls angemeldet. Dies bietet selbstverständlich auch Potential für Familientragödien, wenn etwa der Filius doch lieber einen anderen Verein unterstützt.

Fans von Racing Club im Presidente Péron ( Kimberly Payne)
Die Liebe zum eigenen Verein wird besonders gerne mit dem Tragen des jeweiligen Trikots zu allen möglichen oder unmöglichen Gelegenheiten. Darüber hinaus hat jeder Socio der etwas auf sich hält mindestens ein Tattoo seines Lieblingsvereins - normalerweise das Emblem - an mehr oder weniger prominenter Stelle des Körpers, um den ersten Platz auf der Hitliste der Körperteile streiten sich Oberarm, Unterschenkel und Rücken. Häufig tragen die Fans auch Bilder ihrer aktuellen oder ehemaligen Lieblingsspieler im Portemonnaie mit sich herum, es soll sogar Väter geben welche dies tun aber noch nicht mal ein Bild ihrer Kinder dabei haben.

San Lorenzo Fans im Nuevo Gasometro

Besonders im Großraum Buenos Aires trifft man auf vielfältige Vorlieben, spielen hier doch aktuell 12 der 18 argentinischen Erstligisten. Die klangvollsten Namen unter diesen tragen die Boca Juniors und River Plate, beide haben auch mit Abstand die meisten Aficionados - Fans - im ganzen Land. Direkt gefolgt von vier weiteren Hauptstadt-Vereinen, Racing Club Avellaneda, Club Atletico Independiente, Velez Sarsfield und San Lorenzo de Almagro. Nach den Erfolgen in der jüngsten Zeit muss auch Estudiantes de La Plata dazu gezählt werden.


Clásicos - pure Fußball-Emotion


Boca Juniors Fans in La Bombonera - La Doce (Pablodda)
Die Konstellation mit so vielen Clubs auf vergleichsweise kleinem Raum - man stelle sich vor 13 von 18 Bundesligisten kämen aus dem Ruhrgebiet - bedingt natürlich im Laufe der Saison viele Derbys, die sogenannten Clásicos. Das wohl bekannteste ist das Superclásico zwischen den Boca Juniors und River Plate, welches zweimal im Jahr das ganze Land in Atem hält. Dies spiegelt sich auch in der Atmosphäre im Stadion wieder, besonders die Barra Bravas - das argentinische Äquivalent zu Ultras, allerdings mit leichtem Hooligan-Touch - sorgen für Stimmung in den Stadien. Ein weiteres emotionsgeladenes Duell findet zwischen Racing und Independiente statt, Erzfeinde wie hierzulande Borussia Dortmund und Schalke 04, deren Stadien pikanterweise nur knapp 1000m auseinanderliegen. 
Bei diesen brisanten Duellen kann das Leben auf den Straßen der sonst so umtriebigen argentinischen Hauptstadt Buenos Aires durchaus zum Erliegen kommen - Fußball ist dort einfach mehr als nur ein Sport.

Einen sehr guten Eindruck vom Fußball und der dazugehörigen Leidenschaft gibt die Dokumentation "Die Bierbrauer von Quilmes".



"Es ist, als wärst du einer schönen Frau begegnet und weißt, dass du sie am nächsten Tag wieder sehen musst. Du kannst nachts nicht schlafen, den ganzen Tag klopft dein Herz, du hast Schmetterlinge im Bauch. Das ist Fußball. Das ist die argentinische Leidenschaft für den Fußball."



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